Nachhaltige Mobilität: Batterie, Brennstoffzelle oder Electrofuels?

Prof. Dr.-Ing. Thomas Turek

von 19:00 Uhr – 19:40 Uhr im Audimax


zum Vortrag

Der Mobilitätssektor gehört zu den größten Verursachern von CO2-Emissionen, da PKW, LKW, Schiffe und Flugzeuge derzeit nahezu ausschließlich mit flüssigen, fossil basierten Kraftstoffen (Benzin, Diesel, Kerosin) angetrieben werden. In einem nachhaltigen Energiesystem muss auch der Mobilitätssektor dekarbonisiert werden, was angesichts der extrem hohen Energiedichte der flüssigen Kraftstoffe eine besonders große Herausforderung darstellt. Momentan wird bei PKW insbesondere die Umstellung auf batteriebetriebene Elektrofahrzeuge diskutiert. Hier stehen einem exzellenten Wirkungsgrad begrenzte Reichweiten und ein hoher Energieaufwand bei der Batteriefertigung gegenüber. Brennstoffzellenfahrzeuge weisen einen geringeren Wirkungsgrad als Batterien auf, sind dafür in der Reichweite kaum begrenzt. Hier fehlt allerdings eine entsprechende Infrastruktur für das Tanken von Wasserstoff. Die Herstellung von synthetischen Kohlenwasserstoffen (Electrofuels) aus regenerativem Wasserstoff und geeigneten Kohlenstoffquellen würde es erlauben, die vorhandene Infrastruktur weiter zu nutzen, allerdings ist der Wirkungsgrad der kompletten Prozesskette gering. Man erkennt, dass Vor- und Nachteile der verschiedenen Konzepte sorgfältig abgewogen werden müssen. Daher erscheint es sinnvoll, nicht auf eine einzige nachhaltige Technologie zu setzen, sondern die verschiedenen Möglichkeiten jeweils für einen optimalen Anwendungsfall zu nutzen.

zum Dozenten

Prof. Dr.-Ing. Thomas Turek vertritt an der TU Clausthal das Gebiet der chemischen und elektrochemischen Verfahrenstechnik in Forschung und Lehre. Seine Forschungsgebiete umfassen die Entwicklung von Katalysatoren und Elektroden für chemische und elektrochemische Prozesse sowie die Modellierung und Simulation von chemischen Reaktoren und elektrochemischen Zellen. Aktuelle Anwendungsgebiete umfassen die Wasserelektrolyse, neuartige wieder aufladbare Batterien sowie die Weiterverarbeitung von Wasserstoff zu synthetischen Kraftstoffen.